„In der letzten Schlacht geht es um Ehe und Familie“

fatima hirtenkinder

Papst Johannes Paul II. beauftragte im Jahr 1980 Kardinal Carlo Caffarra, den späteren Erzbischof von Bologna, mit der Gründung des Päpstlichen Instituts für Studien zu Ehe und Familie. So war Caffarra auch der erste Präsident dieses Instituts, in den Jahren 1981 bis 1995.

Als er diesen Auftrag des Papstes erhielt, wandte er sich in einem Brief an Schwester Lucia – eine Ordensschwester des Karmel, welche als Kind eine (bzw. die Wichtigste) der drei Seherinnen der Erscheinungen unserer lieben Frau von Fatima war. Im Antwortbrief Schwester Lucias soll der im Titel zitierte Satz gestanden sein, der die Wichtigkeit und Brisanz von Fragestellungen zu Ehe und Familie schon damals hervorhebte:

„Die letzte Schlacht zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans wird um die Ehe und die Familie geschlagen. (…) Jeder, der sich für die Heiligkeit der Ehe und Familie einsetzt, wird in jeder Hinsicht bekämpft und abgelehnt werden, weil das die entscheidende Frage ist.“

– Schwester Lucia dos Santos an Kardinal Carlo Caffarra. Quelle: https://www.kath.net/news/50986 (abgerufen am 15. Jänner 18:45)

Sind dies nur dramatisierende Worte einer apokalyptischen Seherin, oder schmerzliche Realität? Manche wird es vielleicht überraschen, dass auch Johannes Paul II. immer wieder, ebenso mit dramatischen Worten, auf einen Kampf hinwies, der um die Familie tobt. So schrieb er beispielsweise 1994 in seinem Brief an die Familien:

„Durch die Familie hindurch fließt die Geschichte des Menschen, die Geschichte der Errettung der Menschheit. Ich habe auf diesen Seiten zu zeigen versucht, dass sich die Familie im Zentrum des groben Kampfes zwischen Gut und Böse, zwischen Leben und Tod, zwischen der Liebe und allem, was sich der Liebe widersetzt, befindet. Der Familie ist die Aufgabe anvertraut, vor allem für die Befreiung der Kräfte des Guten zu kämpfen, dessen Quelle sich in Christus, dem Erlöser des Menschen, befindet.“

Johannes Paul II., Brief an die Familien, 1994

Ein Jahr später stelle er auch die Verbindung zur Jungfrau Maria, und zum apokalyptischen Endkampf mit dem Drachen her:

„Im Buch der Offenbarung wird das »große Zeichen« der »Frau« (12, 1) von »einem anderen Zeichen am Himmel« begleitet: »einem Drachen, groß und feuerrot« (12, 3), der Satan verkörpert, die verderbenbringende Macht in Person, und zugleich alle Kräfte des Bösen, die in der Geschichte am Werk sind und sich der Sendung der Kirche widersetzen.
Auch darin erleuchtet Maria die Gemeinschaft der Glaubenden: die Feindseligkeit der Kräfte des Bösen ist tatsächlich ein heimlicher Widerstand, der sich, ehe er die Jünger Jesu trifft, gegen seine Mutter richtet. (…)
Maria hilft so der Kirche, sich bewusst zu werden, dass das Leben immer im Mittelpunkt eines großen Kampfes zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis steht. Das Kind (…) es ist die Gestalt Christi (…) Aber es ist in gewisser Weise auch die Gestalt jedes Menschen, jedes Kindes, besonders jedes schwachen und bedrohten Geschöpfes (…) Gerade im »Fleisch« jedes Menschen offenbart sich Christus weiter und tritt in Gemeinschaft mit uns, so dass die Ablehnung des Lebens des Menschen in ihren verschiedenen Formen tatsächlich eine Ablehnung Christi ist.“

Johannes Paul II., Evangelium vitae, 1995

Jedoch gibt uns Johannes Paul II. mit seiner Theologie des Leibes auch ein Werkzeug, ja eine Waffe in die Hand, mit der wir in diesem Kampf bestehen können.

In den Katechesen ist es insbesondere das 3. Kapitel, dass sich eschatologischen Fragestellungen rund um die Auferstehung widmet. Manche Katechesen gehen auch sehr konkret auf diesen, in den anderen Zitaten erwähnten Kampf zwischen Gut und Böse ein:

„Es handelt sich in jedem Fall um die tägliche Hoffnung, die im Rahmen der normalen Aufgaben und Schwierigkeiten des menschlichen Lebens »das Böse mit dem Guten« besiegen will (Röm 12,21).
(…)
Wenn die Erlösung des Leibes das Alltagsleben durch die Dimension der menschlichen Moral durchdringt, trägt sie vor allem zur Entdeckung all des Guten bei, in dem der Mensch den Sieg über die Sünde und über die Begehrlichkeit erringt.“

Johannes Paul II., 86. Katechese, 21. Juli 1982

In unserer Zeit, in der die Angriffe auf Ehe und Familie zweifelsfrei weit fortgeschritten und mehrheitliche Moralvorstellungen weit vom christlichen Ideal entfernt sind, ist daher das Studium, und auch die Umsetzung der Theologie des Leibes vielleicht wichtiger denn je.